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2.2.11 Ein Energiekonzept der Nachhaltigkeit
Mit dem Energiekonzept hat die Bundesregierung bereits 2010 den Weg ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien beschrieben. 2011 haben Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat ein weiteres umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen. Denn die Erfahrung des Reaktorunglücks von Fukushima hat gelehrt, dass ein noch schnellerer Umbau besser ist.
2011 hat die Bundesregierung die Minderungsziele für die Treibhausgase bekräftigt: Sie sollen bis 2020 um 40 Prozent, bis 2030 um 55 Prozent, bis 2040 um 70 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent – jeweils gegenüber 1990 – sinken. Sie will die Erneuerbaren Energien zu einer tragenden Säule der Energieversorgung ausbauen. Parallel soll gegenüber 2008 der Primärenergieverbrauch bis 2050 um 50 Prozent zurückgehen. Der Stromverbrauch soll um 25 Prozent sinken; bis 2020 bereits um 10 Prozent. Zugleich soll die Sanierungsrate für Gebäude von derzeit jährlich etwa ein auf zwei Prozent des gesamten Gebäudebestands verdoppelt werden. Und im Verkehr soll der Energieverbrauch – allerdings gegenüber 2005 – um rund 40 Prozent zurückgehen.
Beim Ausbau von Anlagen für Wind-, Solar- oder Biomasse-Energie ist Deutschland nach Ansicht der Bundesregierung einen großen Schritt vorangekommen. Mehr als 20 Prozent der Stromherstellung stammt aus Anlagen der Erneuerbaren Energien. Maßgeblich ist dieser Erfolg auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zurückzuführen, das feste Tarife für die Hersteller von Ökostrom vorsieht. Die hierdurch erzielte Investitionssicherheit löste ein dynamisches Wachstum in vielen Bereichen der Erneuerbaren Energien aus.
Energieeffizienz ist ein weiterer Schlüssel, um wirtschaftlich vernünftig einen hohen Anteil an Erneuerbaren Energien und die im Energiekonzept festgelegten Ziele zu erreichen. Auch hier bestehen noch große Potenziale, Energie und Strom einzusparen. Dabei setzt die Bundesregierung auf die Eigenverantwortung von Unternehmen und Verbrauchern.
In Deutschland liegt die Stromerzeugung heute noch relativ nah an den Verbrauchszentren. In Zukunft soll sie eher dezentral sein – dort, wo etwa der Wind weht oder bislang brachliegendes Konversionsgelände für die Sonnenenergiegewinnung genutzt wird. Um diesen Strom in das Netz einspeisen zu können, ist ein modernes und leistungsfähiges Stromnetz erforderlich. Vor allem wegen der umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur stellt der Umbau der Energieversorgung Unternehmen und Verbraucher vor große Herausforderungen. Ziel der Bundesregierung ist es hierbei, dass Deutschland unter Wahrung wettbewerbsfähiger Energiepreise, verlässlicher Energieversorgung und einem hohen Wohlstandsniveau weiterhin eine der nachhaltigsten und energieeffizientesten Volkswirtschaften der Welt bleibt.


